Und das Licht schien in der Finsternis …

Neulich nachts bei Vollmond konnte ich wieder einmal nicht durchschlafen, war von etwa zwei Uhr an wach, ohne wieder einschlafen zu können. Ich kenne solche Nächte, und wenn ich nicht gerade früh aufstehen muß, machen sie mir nichts mehr aus. Im Gegenteil: manchmal helfen sie, Fragen, Probleme, Gedankengänge zu klären, die mein Leben bereichern und etwas zu verstehen.

Ich wollte die Situation zum Meditieren nutzen, doch vergebens: In dieser Nacht ließ sich einfach kein Gedanke festhalten. Jeder entschlüpfte mir mit Leichtigkeit.
Die kleinste Anstrengung machte mich müde, ohne dabei einschlafen zu können.
Herumwälzen im Bett. Nach rechts, links. – Aufstehen? Nee…
Irgendwann tat alles weh.
Gymnastikübungen im Bett. Recken. Dehnen.
Wiederholter Versuch des sich-Versenkens.
Alles war schwer…
Dann gelang es mir, zur Ruhe zu kommen.
Tiefere Ruhe.
Ich gedachte mich auf das empfundene kostbare Weihnachtslicht zu besinnen, es zum Leuchten zu bringen, sein Licht zu stärken. Doch ich sah nur Finsternis.
Seltsame Finsternis. Eine Welt voller Finsternis …
Ich sah mich verwundert darin um. Was ist das? Solch schwarze Finsternis war mir bislang unbekannt.
Unendlich tief, wie mir schien.
Sie hatte etwas hoffnungsloses: hoffnungslose Finsternis. Zunehmend unangenehm. Kein Licht. Ich konnte mich nicht einmal mehr an Licht erinnern.

Ich hörte: „Und das Licht schien in der Finsternis, doch die Finsternis hat es nicht ergriffen“
Ratlos tauchte ich auf… –

Am frühen Vormittag: Spaziergang mit dem Nachbar-Hund durch frisch gefallenen Schnee bei Sonnenschein, dem sooo seltenen, und über mir etwas blaßblauer Himmel. Ich sprach die Jugendkreis-Meditation und wunderte mich über das Loch in der Wolkendecke, durch das der Himmel schien.

Ein Gedanke: „Du hast dich heute nacht intensiv um dein inneres Licht bemüht.“ –
Sollte es wahr sein? Ist es möglich, daß ein einzelner Mensch es vermag, derartige Wirkung zu erzielen? Schwer zu glauben. –

Am Abend zuvor hatte ich einen R.Steiner-Ausspruch gehört: “ Dein Engel nimmt dich wahr statt Du nimmst deinen Engel wahr“ –
Die Engelwelt braucht unser Licht, unsere innere Sonne, die wir in den Kosmos hinaus leuchten lassen. Unser Licht ist ihnen Nahrung. Das ist mir einleuchtend. In der Weihnachtszeit leuchtet ihnen die Erde wohl am meisten, doch schon im Januar fällt es schwer, dieses innere Licht, die innere Sonne am Leuchten zu halten…

Und die Finsternis? Diese hoffnungslose Finsternis?
Ahriman und Luzifer leben in dieser Finsternis.
Leben in dieser erfahrenen Hoffnungslosigkeit?
KONNTEN sie vielleicht das Christuslicht nicht ergreifen? –

Jetzt habe ich keine Schwierigkeit, mich an inneres Licht zu erinnern und das Flämmchen zu hellerem Schein zu bringen. – In der Nacht gab es nur tiefste Schwärze um mich und in mir. Wie Kohlenstaub. –

WIR sind es, die unser inneres Licht, die innere Sonne zu pflegen und hegen und zum Leuchten zu bringen haben.
Mehr innere Sonne = mehr äußere Sonne und weniger Schleier am Himmel zwischen ihr und uns?

Und: innere Sonne als Heilmittel für die Finsternis und die Geister, die in ihr leben = um uns auf unserem Entwicklungsweg zu helfen, zur Entwicklung zu verhelfen.

2 Kommentare

  1. Danke Aleit,
    da bekommt direkt Mitleid mit den Widersachern. Darüber habe ich noch nie nachgedacht, dass sie vielleicht in der Finsternis leben müssen.
    Zeit, ihnen Licht zu schenken, statt uns immer nur vor ihnen zu fürchten.
    Thomas Christian

    1. Dieses Erlebnis steht in Zusammenhang mit einer Überlegung zur Wintersonnenwende:
      Es stellte sich die Frage, ob es – im Gedenken an Rudolf Steiners Spruch zur Wintersonnenwende – sein kann, daß wir Menschen nicht nur für die Geburt der Sonne in uns beizutragen die Aufgabe haben, sondern auch für die Geburt der „großen“ Sonne in unserem Sonnensystem…
      An diesem Gedanken wollte ich weiterarbeiten und machte stattdessen (?) Bekanntschaft mit der Finsternis…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.