Tatort: Schweinestall

Kürzlich zeigte man im Fernsehen, wie ein Mitarbeiter im Stall Ferkel erschlagen hat…

Grausig!

Später verstand ich: dieser Mann haßte sich und seine Arbeit oder sein Leben so sehr, daß er diesen Haß auf die Wesen übertrug, die ihm anvertraut waren, die er irrtümlich als Grund für seine Ausweglosigkeit ansah…

Ich erinnerte mich, daß ich schon zur DDR-Zeit gehört hatte, daß in den Schlachthöfen enorm viel Alkohol getrunken wurde, um diese Arbeit ertragen zu können. Mir fiel ein, daß ich dies auch in den Jahren danach gehört hatte… Doch ich wußte dagegen keinen Rat: weder damals noch heute.

Vegetarisch werden?! – Das ist noch nichts für alle Menschen… (Und gerechterweise müßte man die Frage dann auf den respektvolleren Umgang mit den Pflanzen erweitern. Und von dort zur Erde, dem Wasser, der Luft – und der gesamten Natur übergehen!) Das heißt: Eine andere Lösung muß her!

Wie wollen wir Fleischesser also künftig damit umgehen?

Welche Bedingungen schaffen wir den Mitmenschen, die an unserer Statt die Tiere töten, welche wir verzehren wollen?

Was geben wir ihnen zum (echten) Ausgleich?

Ich kann diese Frage nicht beantworten. Dazu bedarf es der Hilfe der Betroffenen und ihrer Angehörigen. Es ist sicher nicht damit getan, ihnen mehr Geld zu zahlen als anderen.

Sie bräuchten als Ausgleich vielleicht ein besonders schönes Lebensumfeld und regelmäßige Erlebnisse, die das arbeitsbedingte Leben-nehmen annähernd zu lindern vermögen? Vielleicht wäre es sinnvoll, in kurzem Wechsel leben-spendende Tätigkeiten zu verrichten, z.B. im Garten? –

Eigentlich läuft schon dieser Gedankengang hier darauf hin, daß die bestehende Struktur zu erneuern ist: von Schlachthöfen und riesigen Ställen mit hunderten Tieren weg und hin zu Gutshöfen, die als Gesamt-Organismus funktionieren. Wer dort arbeitet, wäre an allen anfallenden Arbeiten beteiligt, am Aufbau und an der Verarbeitung. Er lebte und arbeitete in einem gesunden Kreislauf. –

Ein Beispiel:

Ich sah vor einigen Jahren einen Filmbeitrag von Sarah Wiener, als sie verschiedene Menschen und Höfe besuchte und in diesem Zusammenhang einmal dazu angeleitet wurde, das Huhn, welches sie zubereiten wollte, selbst zu töten. Sie konnte sich das zunächst überhaupt nicht vorstellen. Doch der Mann sagte ihr: „Wenn Du es zubereiten willst, mußt Du es selbst töten. Das gehört zusammen!“ Er führte ihr vor, wie er dabei vorging: liebevoll und behutsam. Es geschah in so anrührend respektvoller Weise, daß das Huhn sich bereitwillig köpfen ließ… – Ich war nachhaltig beeindruckt, wie der Mann dieses Huhn auf den Arm nahm, ihm für sein Opfer dankte und es beruhigte. –

Ich wünsche mir, daß wir alle solch eine respektvolle und dankbare Haltung annehmen lernen: unabhängig davon, welchem Naturreich wir unsere Nahrung entnehmen!

Und: es gehört zu unseren Aufgaben, für das oben Genannte neue Lösungen zu finden!

Beitragsbild: Quelle

2 Kommentare

  1. Thomas Christian Liebl

    Eine wunderbare und wichtige Anregung und Überlegung, danke!

    1. Ja, eigentlich sind die „Dinge“ so nah… Danke auch!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.